Seit 170 Jahren
für Sie da
 
 
 
 

Wie aus Punkten Linien werden

Rund 75% aller Brillenträger haben, unabhängig davon, ob sie weit- oder kurzsichtig sind, auch eine Stabsichtigkeit (Astigmatismus). Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das gern als Hornhautverkrümmung bezeichnet.

Keine der an der Abbildung des Auges beteiligten Flächen von Hornhaut, Linse und Glaskörper ist ideal rotationssymmetrisch. Das heißt, sie sind in einer Richtung (meridian) stärker gekrümmt, als in der im 90°-Winkel dazu liegenden Richtung. Folglich hat diese optische Fläche keinen einzelnen Brennpunkt, sondern unendlich viele zwischen dem Brennpunkt ihres stärksten und schwächsten Meridian. Als Folge davon wird ein Punkt verzerrt als Linie oder eben als „Stab“ auf der Netzhaut abgebildet.

Abb. 1

Veranschaulichung der unterschiedlichen Krümmungsradien der optisch wirksamen Flächen.

Bei einem normalsichtigen Augenpaar kompensieren sich die Astigmatismen der einzelnen optisch wirksamen Flächen gegenseitig und neutralisieren so den Brechungsfehler. Die Faustformel besagt, dass jede Dioptrie unkorrigierter Astigmatismus die mögliche Sehschärfe halbiert.

Abb. 2

Der senkrechte Meridian (gelb) bricht das Licht stärker als der waagerechte Meridian (grün). Ein Objektpunkt wird also nicht als Punkt, sondern undeutlich und stabförmig abgebildet.

Abb. 3

Die Korrektion erfolgt mit torischen Brillengläsern. Diese Brillengläser haben zwei Hauptschnitte mit unterschiedlichen Wirkungen und beeinflussen die Lichtbrechung so, dass Objekte wieder scharf auf der Netzhaut abgebildet werden.

Astigmatismus kann in den meisten Fällen durch spezielle Brillengläser oder Kontaktlinsen ausgeglichen werden. Auch die refraktive Chirurgie kann helfen.

> Weitere Informationen zum Thema Astigmatismus finden Sie hier.

Letzte Aktualisierung am:
2008-03-28
✉ Nachricht an den webmaster